nun hört man ja sporadisch in den medien immer wieder dinge über das metaverse. die 3D welten die da und dort aufpoppen und in denen die benutzer von speziellen dingen wie raumschiffflotten durch unbekannte galazien zu steuern bis werwolfjagd und pornoabenteuern alles erleben können das sie sich so in ihren köpfen vorstellen können oder auch nicht.
mein zugangt war die letzten 3 jahre über die plattform ‘secondlife’. wo ich jetzt schon wieder den wütenden mob raunen höre: ‘bitte nicht secondlife. das ist doch schon längst tot oder.’
ja, stimmt. secondlife ist klinisch tot. es hat eine reihe von veränderungen erfahren, die diese offene und freie welt zu einem überregulierten molloch von pixelfehlern macht. es begann damit das glückspiel zu verbieten, dann kamen die restriktionen mit landverkäufen und schliesslich die verbannung alles pornoesqen in den neu angelegten kontinent ‘zindra’. dort wurde sämtliche nacktheit hinverbannt, die sich zuvor recht dezent in das maingrid eingeflochten hatte.
das hatte den grossen vorteil, dass menschen die nur für pornoaktivitäten das grid besuchten, nach getaner ‘arbeit’ sich auch den schöngeistigen dingen wie glücksspiel, sporadisches bauen und kleidershoppen hingaben. das hielt die wirtschaft am laufen. denn wenn man über sl motzen wollte konnte man das recht gut, jedoch die wachsende wirtschaft strafte alle kritiker lügen. seit der separierung des porno kontinents sind die sexsüchtigen, die ihre such im virtuellen kompensieren – was vor allem vorteile bei der übertragung von sexuellen krankheiten bringt – isoliert in der strengen kammer und bewegen sich dort nicht mehr weg. sex, sex and nothing else.
doch was muss passieren, dass das metaverse endlich breitenwirksam wird, die neue technologie der wahlfreien dislozierung und schimmernde kollaboration endlich sich den weg nimmt? was braucht es eigentlich um eine welt mit so vielen anreizen zu schaffen, dass auch endlich der durchschnittliche facebook user farmville den rücken kehrt und in die welt der 3 grossen Ds eintaucht?
nun, zum einen funktionieren die obengenannten flashapplikationen so gut, weil sie keinerlei zusaätzlichen programme erfordern ausser den browser und eben flash. im grunde ist es nichts anderes als eine separate viewerapplikation für das metaverse zu laden, jedoch integriert flash bequem in den browser. das macht die geschichte so leicht zu bedienen und auch wieder in den hintergrund zu rücken. nach lust und laune kann man den browser auf eine andere seite zeigen lassen, und schon zeigt er die neuesten nachrichten oder sportergebnisse. darauf kommt es den facebook user an: einfachheit und bequemlichkeit. wir wollen keine zusatzapplikationen laden oder sonst einen technischen stunt erfüllen. keep it simple…
auch ist das monetarisierungssystem im grid wenig bis nicht attraktiv. will ich geld ausgeben, so kaufe ich es von den lindens, wechsle ich es wieder in reale währung geht mein weg auch an den lindens vorbei. kurz: jeder penny wird zweimal von dem bösen hegemon lindenlabs besteuert also doppelt abgezockt. das muss sich auch ändern wenn die metaverse technologie endlich die breite masse erreichen will.
opensource! es muss in GPL lizensierten softwarepaketen erscheinen und jeder muss sich seinen server zu hause aufstellen können, damit auch die nerds und geeks endlich ihren spielgrund haben. auch wenn 89% der user niemals in die gegend der linux administrierung der server kommen werden, die informellen führer der szene wollen wenigstens die möglichkeit dazu haben auch wenn dies nur sporadisch genutzt wird. auch das ist ein problem von linden labs. sie verstehen es einfach nicht, haben auch cory linden einen der masterminds von lindenscriptinglanguage gefeuert, weil er sich massiv für die lizensierung der serversoftware einsetzte. man bedenke einmal welche masse an programmieren, tüftlern und opensource freaks eine öffentliche, globale metaverse-serversoftware anziehen könnte.
das ganze findet jetzt gerade statt, auch wenn es von der öffentlichkeit wenig bis unbeachtet bleibt. im osgrid.org wird diese utopie wirklichkeit und wir alle werden es beobachten können. auch wenn wir noch immer ein spielfeld für kreative und querköpfe bleibt..
Position:Lendplatz,Graz,Österreich