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die dromologie überrollt uns, oder wenigstens mein blog hier…

also, kaum ist dieses blog mal aufgrund eines missglückten umzugversuchs eine zeit lang offline, passieren schon die ärgsten sachen. fast zwei revolutionen in einem monat, also die rpm (revolutions per month) rate auf diesem planeten steigert sich langsam aber sicher.

erstmal “ben alis” trauerspiel. das letzte was man aus tunesien hörte war, dass seine gute frau schlappe 1,5 tonnen gold aus dem tressor holte und damit nach saudi arabien abdampfte. er selbst ist natürlich auch dabei, nur seine familie wurde festgenommen und in sicherheitsverwahrung genommen. was immer das in einem land auch bedeuten mag, in dem der wütende mob regiert. sicher kein pfadfinderlager…

je wütender der mob desto weiter die fluchtstrecke möchte man glauben. nicht aber bei hosni mubarak. der mann mit der gewinnenden augenbefaltung war ja seit 1975 präsident des landes und fühlt sich von den protestierenden horden in kairo, alexandria und luxor wenig bis unbeeindruckt. kein wunder, der mann war schon im 6 tage krieg bei der airforce, als israelische bomben die stadt suez auf meereshöhe nivellierten.

super auch wie sich meine linken freunde über die entwicklungen in den beiden ländern freuen. revolution – juhuuu. freiheit für das volk. dann wieder betretenes schweigen. uije. 100 tote. 200 tote. 1000 verletzte. ich wundere mich ein wenig, wie kann man revolutionen an sich gut finden, aber dann wegen der opfer maulen?

meineswissens gab es keine revolution die ohne opfer auskommt. und wenn man mich fragt gibt es auch keine revolution die sich von der strasse bis in die parlamente zog und erfolgreich war. diese lymbisch interventionellen aufstände verlaufen alle im sand weil man

-mit dem wütenden mob keinen staat machen kann
-in der aufgeheizten stimmung sowieso keiner mehr klar denkt
-menschen in gruppen noch dümmer sind als einzeln

und meine frage ist dann weiter wer wohl von der lage subversion in den arabischen ländern wohl profitieren wird? da es sich hier ja wohl oder übel um eine konzertierte aktion handelt muss man mal im raum herumschauen wer da massive interessen hat..

Position:Sterngasse,Wien,Österreich

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diese hermeneutik macht mich völlig krank

ich stolpere ja die ganze zeit über irgendwelche menschen, die mir zu beginn gewogen sind um dann zu handfesten feinden zu mutieren. immer das gleiche ding: meistens ist meine unzuverlässigkeit das problem oder andere dinge passieren einfach so. und dann gibts auch noch die hermeneutik. die ist ein ganz besonders luder.

ein sehr grosser kopf in meiner vergangenheit sage mal: “jeder ist für das, was er versteht selber verantwortlich”. dieser satz begleitet mich von dem tage an als ich ihn gehört hab. vor allem in aufgeladenen streitsituationen versteht man immer genau das, was man hören will und trägt damit wohl auch wenig zur schlichtung einer ‘lage’ bei.

weiters tendieren leute auch dazu eigene fehler zu verharmlosen, dafür anderer leute missgeschicke anzuprangern. da fehlt es ganz eklatant an toleranz. aber wie soll denn jemand ein gefühl entwickeln, das er selbst nie entgegengebracht bekommen hat? vielleicht ist es einfach ein verfahrener generationenkonflikt der sich von intoleranz genährt ausbreitet wie ein pilz quer durch alle gesellschaftlichen linien.

man stelle sich nur vor, die jetzige elterngeneration hat von ihren eltern so ziemlich alles an toleranz bekommen, das man sich vorstellen kann. antiautoritär, pazifistisch, steinerschule. scheinbar war es zu viel toleranz, denn für diese generation gibts eher das gegenteil: sie wollen funktionieren, pünktlich sein, geregelte arbeit haben und sind so ziemlich das intoleranteste an generationen seit 1938.

sie wählen alle FPÖ und ÖVP, denn es ‘kann so nicht weitergehen’. dabei leben wir seit 2000 und schüssels verhängnisvoller wende schon im absoluten verbotsstaat. wenn man jetzt mal die goldene kreisky aera als vergleich hernimmt.

also, ich rate mir selbst und auch anderen zu mehr toleranz (tollo, tollis tollere sustulli sublatum) und vor allem dazu sich selbst und andere zulassen zu können. ich bin da nämlich besonders streng.

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mann schlägt frau. eingreifen, wegschauen oder gleich weglaufen?

mortimer schlägt juliane. mitten in die fresse. vor allen leuten. schmach und verletzung. nicht so sehr wegen des körperlichen schmerzes sondern wegen der demütigung, der erniedrigung. konsequenzen im augenblick gibt es keine, als juliane wegläuft. ein paar erstaunte blicke vielleicht, dann verhaltenes lachen.

am nächsten tag brüstet sich mortimer beim cognactrinken mit seinen freunden darüber. ein wenig zurückhaltend, aber der alkohol lockert seine zunge. amusement in der runde. alle bis auf einen. dave steht auf mit den worten: “typen, die frauen schlagen sind nicht meine freunde”. aufgeregtes gemurmel. dann der eklat. dave verlässt mortimers wohnung und sein leben. dummerweise waren sie gerade dabei eine frima zu gründen und hatten auch politisch einiges miteinander zu tun.

die folge: der kampf mortimer gegen dave geht zu ungunsten dave’s aus. mortimer taktiert besser, dave ist ja auch verschrien als querulant und quälgeist. immer wenn ihn was auf die nerven geht sagt er es, anstatt seine dumme fresse zu halten. er kann einfach nicht anders. immer wieder gerät er in so situationen. gewollt oder ungewollt, der auswurf der menschlichen seele scheint wie ein magnet an ihm zu haften. dabei ist er ein grosser ethiker und schöngeist. doch in dieser welt gibts scheinbar keinen platz dafür. er funktioniert nicht. jedenfalls nicht oberflächlich.

mortimer jedenfalls, der sich noch dazu gut mit autos auskennt und schon oft mal einen guten rat übrighatte, hat sich nie bei juliana entschuldigt. zuerst hat er noch – ganz schlau – eine moderate schmutzkübelkampagne gegen juliana lanciert. dass sie mühsam sei, ständig jammert, eine richtige drama queen halt. smarter typ der mortimer, das “opfer” diffamieren, den wert des gesagten verwässern. so geht das in unserer welt. wer zugibt einen fehler gemacht zu haben, ist raus. das sind sie unsere feinen kavaliere.

nachdem ein jahr ins land zog trafen sich mortimer und juliane wieder. zufällig. am bankett eines staatsbesuches. viele leute, gesellschaft. juliane grüsst ihn freundlich, mortimer ist höchsterfreut. schliesslich machte er ihr ja jahrelang den hof, und sein gewaltausbruch vor einem jahr war wohl wegen der verschmäten liebe die er für sie hegte. ist ja alles nicht so schlimm, sagt man sich. was war das schon? ein kleiner klaps eher. denkt sich juliane. werd ich da jetzt ewig eingeschnappt sein? ach was, ausserdem hat mein auto grade ein problem mit den scheibenwischern und mortimer hat immer so gute technische tipps auf lager.

von der ferne sieht dave das geschehen. wundert sich masslos. aber eines hat er gelernt. NIE wieder werde ich intervenieren wenn ein mann eine frau schlägt. ich bin doch nicht mein eigener feind.
kavaliersdelikt. genau. solange du keine schuld zugibst.

mortimer und juliana

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wikileaks gründer in haft. laut agenturmeldungen.


julian assange. erster märtyrer des web 2.0

so jetzt haben wir den salat. oder besser den cyberjesus. lange haben wir nach ihm gesucht, in einigen von uns steckte das pro material aber julian hat abgeräumt. voll sogar. seit wochen ist er mit wikileaks in allen medien, von print über tv und zeitungen, ja selbst das vorsintflutliche radio ist voll mit wikileaks meldungen. zumindest fm4.

klarerweise haben sie es auf ihn abgesehen. wieso auch nicht. naiv zu glauben, dass es irgendetwas an der ganzen veröffentlichungs dynamik ändern wird wenn assange im gefängnis, in guantanamo oder tot ist. die plattform hat eine gewisse eigendynamik erreicht, eigentlich steht er dem erfolg der plattform auch im weg, vor allem nach den neuesten entwicklungen.

jetzt kann man natürlich glauben was man will aber das ist ja gar nicht der punkt. in der schlammschlacht um assange und sein leben (das ja eine ganz andere geschichte ist) vergessen wir auf die sachliche ebene die wikileaks aufmacht: gewalt und kriegsverbrechen sowie die arroganz einer grossmacht. die kriege die wir gerade führen, wir meine ich mit ‘das westliche system’, sind ungerechtfertigt und verbrecherisch. unsere soldaten verhalten sich – wie in jedem krieg – wie barbaren. dies ist ein faktum der kriegsgeschichte und lässt sich auch belegen. der grosse traum vom ritterlich kämpfenden soldaten haben wir schon von unseren grossvätern, die in der waffenSS dienten gehört und wurden eines besseren belehrt.

fest steht: die welt geht grade den bach runter, unser system ist am abkacken und schuld sind die typen die sich immernoch an den grossen töpfen der steuerzahler – kurz der res publica (öffentliche sache – mein und dein) – bedienen. sie hören nicht auf, denn geld macht süchtig. ein jiddischer spruch lautet in etwa: geld macht nix als probleme. hast du 1000 shequel willst du 2000. hast du 100.000 willst du 200.000. aber hast du eine million dann hast du die grössten probleme.

und ungefähr so läuft es auch. verludert und raffgierig, völlig ungeniert bedienen sie sich an unserer kohle wie im selbstbedienungsladen. sie leben den traum vom arbeitslosen einkommen, gut den träume ich ja auch, und versklaven die ganze welt, die sich das willfährig gefallen lässt.

und mit gutem grund auch, denn so fälle wie der von assange beweisen: wenn du die fresse aufmachst, fällst du.

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rot – grün. das kann was werden.

so jetzt ist es soweit. rot – grün .. quasi als gegengift zu den freiheitlichen 27% bei den wiener wahlen ist fix. das bedeutet ziemliche veränderungen in der wiener stadtpolitik, wenn ich ehrlich bin habe ich mir solche veränderungen schon lange gewünscht, da ich mit der kulturpolitik der SPÖ eher unzufrieden bin. gelinde gesagt. aber da scheint ja alles beim alten zu bleiben, das gibt mir die gelegenheit das ganze objektiv zu betrachten.

- wirtschaftsstandort wien

ja, da gehört einiges getan. vor allem in der kreativ industrie, die ja bekanntlich in den händen der spö nahen ‘departure’ ist. hier werden programmierte versager ohne weitblick auf die marktsituation gefördert, plagiate von internationalen entwicklungen die wie jede kopie nur den orginator stärken. unsere steuerkohle geht also direkt in die hände anderer, internationaler projekte. schade, dass die kreativindustrie so auf die netznetz ebene reduziert wird und keinerlei zukunftsentwicklung in sich birgt. gerade in wien, mit seiner sehr gut aufgestellten digitalen kunst szene kann mit ein wenig grips im förderkonzept ein nachhaltiger kreativstandort geschaffen werden. jetzt sollte man das umsetzen.

- kinderbetreuung/schule

es ist unattraktiv in wien kinder grosszuziehen. neben den finanziellen belastungen macht es die jetztige versorgungssituation mit kinderkrippen oder kindergärten nahezu unmöglich sich zu vermehren und gleichzeitig arbeiten zu gehen. gerade für alleinerziehende mütter stellt dies eine existentiell bedrohliche sache dar und bedarf einer verbesserung. mal sehen ob die rot-grüne kombo dies auch mit intelligenz löst, oder daran scheitert. ein ganz wichtiger punkt für alle wienerinnen und wiener zumal wir eine aussterbende gattung sind. für die 10-14 jährigen – eine personengruppe in lebensweichen situation – wird eine ganztages betreuung angestrebt, damit die kids von der strasse geholt werden können. dies ist sehr wichtig, da die meisten von ihrer existenz auf den strassen ins kriminal getrieben. auch die ferienbetreuung ist ein ganz wichtiger punkt der ausgebaut werden muss. hier hat die stadt wien schon vorarbeit mit der ausserschulischen parkbetreuung gemacht.

- arbeitsmarkt stimulus

hier sollen vor allem sgn. ‘öko jobs’ gefördert werden. gute sache wenn man sich so umschaut in unserer achso scheinheiligen ‘wir werden jetzt alle ökosozial’ welt. wenn hier – mit geschickt eingesetzten mitteln – eine ökologische orientierung in der arbeitswelt erreicht werden kann, man denke da nur an erneuerbare energien oder schadstoffarme fahrzeuge. wenn erst ein wettbewerb in diesem geschäftsfeld einsetzt, werden auch die preise sinken und diese so wichtigen technologien auch leistbar werden.

das waren der erste teil des rot-grünen regierungsprogramms. weiter folgen ;

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